Die Sinnlosigkeit von Pi

Mit freundlicher Genehmigung der Freunde der Zahl Pi (http://pi314.at/)
ACHTUNG: Bitte lesen sie den Text nur, falls Sie über ein abgeschlossenes Philosophiestudium verfügen!
(... oder sonst irgendwie ein Problem haben.)
Selbstverständlich ist Pi nicht an sich und per se sinnlos; allein, betrachtet man die Tatsache, daß sich Menschen der Schwierigkeit unterwerfen, neue, schnellere Algorithmen zur Berechnung von Pi zu finden, um sodannen in stundenlanger Rechenarbeit wertvolle Computerzeit von Großrechnern zu verbrauchen, nur um anschließend 100 000e Seiten lange Ausdrucke von Milliarden Stellen der Zahl Pi zu generieren, dann fragt sich ein Durchschnittsbürger wohl:
Wozu:
Was soll solch eine Aktion für einen Sinn haben?! - Nun, die Antwort ist ganz einfach: Sie entbehrt jeden Sinnes!
Um dies zu verdeutlichen dienen ein paar Vergleiche. Um den Umfang eines Kreises auf 1 Millimeter genau zu bestimmen, genügen 4 Dezimalen, wenn der Radius 30 Meter (oder weniger) beträgt. Wenn der Radius so groß ist wie der Erdradius, genügen 10 Dezimalen. Und wenn man einen Kreis nimmt, dessen Radius so groß ist wie der Abstand der Erde von der Sonne, und man will den Kreisumfang auf Millimeter genau berechnen, so sind 15 Dezimalen von Pi ausreichend.
Um zu demonstrieren, welche unfaßbar große Genauigkeit mit den für die Aufnahme in den Klub der Freunde der Zahl Pi erforderlichen 100 Dezimalen der Zahl Pi erreichbar ist, möge man folgende Aufgabe betrachten: Man nehme eine Kugel, in deren Mitte unsere Erde liege und die bis zum Sirius reiche (Entfernung ca. 8.7 Lichtjahre); man fülle diese Kugel mit Bazillen, so daß auf jeden Kubikmillimeter eine Billion ( = 1 000 000 000 000) Bazillen kommen. Man stelle nunmehr alle diese Bazillen auf einer geraden Linie so auf, daß die Entfernung vom ersten Bazillus zum zweiten so groß ist wie die Entfernung Erde-Sirius; ebenso groß sei die Entfernung vom zweiten zum dritten Bazillus, vom dritten zum vierten usw. Die Entfernung vom ersten zum letzten Bazillus nehme man als Radius eines Kreises. Berechnet man dann den Umfang dieses Kreises, indem man 100 Dezimalen der Dezimalbruchentwicklung von Pi benützt (höhere Dezimalen also unberücksichtigt läßt), dann wird - trotz der ungeheuren Größe des Kreises - der bei der Berechnung des Umfangs begangene Fehler immer noch kleiner ausfallen als ein Zehnmillionstel eines Millimeters!!!
Wenn man nun noch bedenkt, daß der derzeitige Rekord für die Berechnung von Pi bei ca. 50 Milliarden Stellen liegt, so möge man versuchen, sich vorzustellen, wie viele Bakterien man für 50 Milliarden Stellen benötigte, um auf die gleiche Genauigkeit zu kommen! -- Wem das immer noch nicht genügt, der halte sich vor Augen, daß die Teilchenzahl im Universum "nur" ca. 10^87 beträgt !!



